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Strom

Wenn die Nachbarn zusammenspannen

 

Sripriya Sitaraman und Johanna Bucher bilden mit ihren Nachbarn ein «Mikro-Grid», in dem sie gemeinsam den Strom verbrauchen, der die eigene Solaranlage liefert – ohne Umweg über das öffentliche Stromnetz.

 

Wenn schon, dann schon, sagten sich Sripriya Sitaraman und Johanna Bucher, als sie sich ein Haus in der Region suchten: «Wenn wir schon ein Haus kaufen, auch wenn es nicht ein Neubau ist, machen wir darin alles, was heute in Sachen Ökologie und Technologie sinnvoll und möglich ist.» Jene Doppelhaushälfte aus den 1960ern am Dorfrand von Moosseedorf erfüllt genau die Voraussetzungen, die das Mögliche möglich machen: das Doppelhaus weist eine gute Struktur auf und der Vorbesitzer hat schon viele sinnvolle Massnahmen ergriffen. So sind die Fenster neu und dicht, die Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt worden und vor allem gibt es ein Satteldach, das genau nach Süden zeigt – ideal für eine Photovoltaik-Anlage mit hoher Energieausbeute. Und es gibt noch eine weitere gute Voraussetzung: sehr nette Nachbarn.

Photovoltaik-Anlage als Dach

Als Johanna Bucher und Sripriya Sitaraman bei ihrer laufenden Sanierung den Zustand des Dachs abklärten, zeigte sich, dass die alte Eindeckung wohl nur noch wenige Jahre dicht sein würde. Sie entschieden sich deshalb für eine dachintegrierte Solaranlage. Diese besteht nicht einfach aus aufgesetzten Solarpanels, sondern übernimmt neben der Energieproduktion auch die Dachfunktion. 

Vor so viel Avantgardismus schreckten die Nachbarn in der anderen Haushälfte, Hugo und Ruth Oeschger, zurück. Mit über 80 Jahren wollten sie sich nicht mehr auf grosse energetische und bauliche Abenteuer einlassen. Sie fanden aber die Idee gut und erklärten sich bereit, den beiden Frauen den Strom abzukaufen, den das Solardach liefert.


Zusammenschluss zum Eigenverbrauch

Eine Photovoltaik-Anlage, zwei Parteien, die davon profitieren. Ein Zusammenschluss ist optimal, um den Eigenverbrauch an Solarenergie zu optimieren. Dabei wird der Verbrauch an Energie pro Partei abgerechnet - ein Service, den die Elektra anbietet



«Mit der Batterie im Keller und Oeschgers als Partner können wir einen grösseren Teil des Stroms selber verbrauchen.»

Sripriya Sitaraman


Ein gutes Team

Die vier Leute ergänzen sich hervorragend. Während Johanna Bucher und Sripriya Sitaraman beide tagsüber auswärts arbeiten, sind Oeschgers zu dieser Zeit meist zuhause und brauchen den Strom. Der Solarstrom betreibt zudem die Wärmepumpe, die schon vor dem Einzug der beiden Frauen beide Haushälften mit Heizwärme und warmem Wasser beliefert hat. Die Kombination von einer Photovoltaik-Anlage und einer Wärmepumpe zum Heizen gilt als ideal. Was dann noch übrig bleibt an Energie, wird in der Batterie gespeichert, die im Keller an der Wand hängt.

 


«Mit der Batterie im Keller und Oeschgers als Partner können wir einen grösseren Teil des Stroms, den unsere Anlage liefert, selbst verbrauchen», sagt Sripriya Sitaraman. Die vier Leute bilden einen typischen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), eine Konstellation, die im Zuge der Energiewende immer wichtiger wird. Über ein App können sie verfolgen, wieviel Strom die Anlage liefert, zu wieviel die Batterie geladen ist und wieviel Strom die Wärmepumpe verbraucht. «Sobald die Wärmepumpe läuft, sieht man deutlich, wie schnell der Strom aus der Batterie abfliesst.» 


Energieproduktion und -verbrauch können im App verfolgt werden.

Im App kann kontrolliert werden, wie viel Energie die Photovoltaik-Anlage produziert und wie viel die beiden Parteien und die Wärmepumpe an Energie verbrauchen.

Die Funktion jedes einzelnen Solarpanels kann im Hersteller-App kontrolliert werden.

Das Hersteller-App weist jedes einzelne Solarpanel aus und zeigt auf, ob und wie viel dieses an Energie produziert. 

 


Auch Hugo und Ruth Oeschger sind hoch zufrieden mit der Lösung und dem energetischen Zusammenleben: «Es ist beeindruckend, wie gut das funktioniert und wie reibungslos alles gebaut wurde. Wir konnten aus verschiedenen Gründen nicht mitziehen, obwohl wir wohl nie wieder so günstig zu einem neuen Dach kommen – und schon gar nicht zu einem, das auch noch Strom produziert. Um so mehr freut es uns, dass wir unseren Nachbarinnen den Strom abkaufen und sie so bei ihrem Projekt unterstützen können.»

 
 

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