David Joss, André Da Silva und Andreas Schärer diskutieren zusammen über die neuen Geschäftsfelder

Strom

«Die Offenheit der Elektra-Kunden ist eine grosse Chance»

 

Die Elektra hat zwei Spezialisten für Elektromobilität und Smart Grid angestellt: André Da Silva und David Joss diskutieren mit Marketingleiter Andreas Schärer über die neuen Geschäftsfelder, über ihre Zusammenarbeit und die Offenheit der Menschen in der Region für neue Energiethemen.

Blicken nicht nur in die Zukunft, sondern sind auch dorthin unterwegs: David Joss, André Da Silva und Andreas Schärer.

 

Die Elektra wurde 1903 gegründet. Fühlen Sie sich wohl in der eher behäbigen Strombranche?

André Da Silva: Ich habe einen grossen Respekt vor der historischen Leistung der Elektra. Die Autobranche, aus der ich komme, ist zwar schnelllebiger, muss sich aber auch neu ausrichten: Jetzt stimmen die Rahmenbedingungen für E-Autos, die Speichertechnologie ist günstig, leistungsstark und massentauglich.

David Joss: Ich fühle mich im Umfeld der Elektra absolut wohl. Der Mix aus Kompetenzen eines gestandenen Energieversorgers und Enthusiasmus für neuartige Themen scheint mir ideal. Gemeinsam und übergreifend erarbeiten wir ein intelligentes, zukunftsfähiges Netz. Es muss neue Anwendungen wie etwa die Elektromobilität ermöglichen. Ansätze eines «intelligenten» Netzes gibt es übrigens bereits seit längerem, etwa mit der heutigen Rundsteuerung, mit der von einer zentralen Stelle aus im Netz einzelne Verbraucher wie Elektroboiler ein- und ausgeschaltet werden können.

Andreas Schärer: Ja, das Thema Steuerung ist für uns von strategischer Bedeutung, flexibler auf Angebot und Nachfrage im Stromnetz zu reagieren. Ich denke da nur an das Internet of Things, also vernetzte kleinere und kleinste Geräte sowie Sensoren.

 

Andreas Schärer, André da Silva und David Joss vor einem Coputer und mit einem Stecker für Elektrofahrzeuge

v.l.: Andreas Schärer, Leiter Marketing und Kommunikation mit André da Silva, Elektromobilitäts-Spezialist und David Joss, Fachspezialist Smart Grid

 

Bisher ist das dafür nötige Smart Grid, also ein Stromnetz mit intelligenten Funktionen, ein Phantom?

David Joss: Nein, es gibt bereits Pilotanlagen. Zurzeit fehlen aber klare Normen im Bereich der intelligenten Stromzähler und fürs Smart Grid. Es ist sinnvoll, die Marktentwicklung gut zu beobachten und mitzugestalten, sodass in die richtige Technologie investiert wird. Sicher ist, dass Smart Meter eine zentrale Rolle einnehmen und in naher Zukunft installiert werden.

André Da Silva: Das Smart Grid ist ein wichtiges Element in einer zunehmend digitalen Welt.

 

 

Bricht ein «dummes» Netz zusammen?

David Joss: Nein. Es hat grundsätzlich noch Kapazitäten.

André Da Silva: Vorläufig nicht. Wir haben genügend Zeit, unser Netz auf kommende neue Lasten durch neue Verbraucher vorzubereiten, wenn etwa alle zur selben Zeit nach Hause kommen und ihre Elektroautos aufladen.

 

 

Die Elektra wurde 1903 gegründet. Fühlen Sie sich wohl in der eher behäbigen Strombranche?

André Da Silva: Ich habe einen grossen Respekt vor der historischen Leistung der Elektra. Die Autobranche, aus der ich komme, ist zwar schnelllebiger, muss sich aber auch neu ausrichten: Jetzt stimmen die Rahmenbedingungen für E-Autos, die Speichertechnologie ist günstig, leistungsstark und massentauglich.

David Joss: Ich fühle mich im Umfeld der Elektra absolut wohl. Der Mix aus Kompetenzen eines gestandenen Energieversorgers und Enthusiasmus für neuartige Themen scheint mir ideal. Gemeinsam und übergreifend erarbeiten wir ein intelligentes, zukunftsfähiges Netz. Es muss neue Anwendungen wie etwa die Elektromobilität ermöglichen. Ansätze eines «intelligenten» Netzes gibt es übrigens bereits seit längerem, etwa mit der heutigen Rundsteuerung, mit der von einer zentralen Stelle aus im Netz einzelne Verbraucher wie Elektroboiler ein- und ausgeschaltet werden können.

Andreas Schärer: Ja, das Thema Steuerung ist für uns von strategischer Bedeutung, flexibler auf Angebot und Nachfrage im Stromnetz zu reagieren. Ich denke da nur an das Internet of Things, also vernetzte kleinere und kleinste Geräte sowie Sensoren.

 

Denken, diskutieren,planen, umsetzen: Die Elektra passt sich auf dem Fundament. ihrer Geschichte der Dynamik der Energiebranche an.

Denken, diskutieren,planen, umsetzen: Die Elektra passt sich auf dem Fundament. ihrer Geschichte der Dynamik der Energiebranche an.

 

Wie profitieren Kunden vom intelligenten Elektra-Netz? Und ist Elektromobilität wirklich sinnvoll? Immerhin bietet die Elektra nur erneuerbaren Strom an.

David Joss: Auf unseren Strommix bin ich stolz. Intelligenz ist wichtig, um die zu erwartenden Lastspitzen im Netz gar nicht erst entstehen zu lassen, was zur Versorgungssicherheit beiträgt. Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, erhält auch in sonnenarmen Zeiten oder bei einem Anlagenausfall Strom vom Netz. All das ohne Ausbau von Kupferleitungen und zu vertretbaren Kosten – indem das Netz gleichmässiger ausgelastet wird.

André Da Silva: Elektroautos sind einfacher in der Entwicklung, haben wenig Mechanik. Gewöhnen müssen wir uns an den Umgang mit dem Akku. Es braucht seine Zeit, bis wir alle elektrisch fahren. Parallel arbeiten wir an einer Ladeinfrastruktur, mit der unsere Kunden zu Hause, unterwegs und am Arbeitsplatz ihr Auto aufladen können.

Andreas Schärer: Tanken zum Beispiel war bisher ein bewusster Vorgang. Nun geschieht er zu Standzeiten: Das ist ein neues Denken!

André Da Silva: Wir werden uns daran gewöhnen. Für unsere Kunden wollen wir ein schnelles Ladenetz aufbauen. Dafür arbeite ich mit meinem Kollegen David Joss eng zusammen. Und mit den gestandenen «Stromern» der Elektra.

 

Elektromobilität und Smart Grid kommen unwiderruflich?

David Joss: Ja. Während früher das Netz eine Durchleitungsfunktion hatte, muss es nun mit einer viel komplexeren Struktur aus Produzenten und Verbrauchern umgehen können. Das muss interdisziplinär angepackt werden. Auf verschiedenen Ebenen, nicht nur technologischen, sondern auch politischen und sozialen.

 

Wo steht die Elektra in 20 Jahren?

André Da Silva: Die nächsten 20 Jahre werden für die Stromwirtschaft bedeutsamere Entwicklungen als die letzten 100 Jahre mit sich bringen. Dennoch werden wir weiterhin der führende Anbieter von Elektrizität in der Region sein und weitere damit zusammenhängende Dienstleistungen anbieten.

David Joss:In 20 Jahren werden alle Prozesse im Energienetz mit der nötigen Sicherheit und Kosteneffizienz bedürfnisorientiert funktionieren.

Andreas Schärer: Die Elektra wird das Rückgrat von Gesellschaft, Gewerbe und Industrie bilden, die mehrheitlich auf digitale Prozesse und elektrisch betriebene Maschinen angewiesen sein wird. Elektra-Kunden sind empirisch nachgewiesen offen gegenüber den neuen Entwicklungen in der Energiewirtschaft. Das ist eine grosse Chance.

STROM

Dieser Artikel ist im Strom-Magazin 1-18 erschienen.

 

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