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Strom

Selbstversorger im Grünen

 

Ein Haus, zwei Autos und zwei Menschen, die in die Zukunft blicken. In Unterramsern wird sichtbar, was heute möglich ist.

Gute Aussichten: Die Wiests haben ihr Haus zum Energiesystem gemacht.

 

Die Zukunft gehört nicht der Stadt allein. Oft findet sie auch im Dorfe statt. Etwa in Unterramsern am Bucheggberg – einer Gemeinde, in der man sich kennt; rund 200 Einwohner, die auf rundherum viel Grün blicken. Und ganz zuoberst am Waldrand das Haus von Anita und Andreas Wiest. Auf den zwei Dachschrägen sieht man das Solarkraftwerk, in der Auffahrt steht ein Tesla neben einem Opel Ampera-E. Schnell wird klar: Hier hat sich jemand eingehend mit Strom befasst.

Zwei wollen mehr

Vor über drei Jahren, im Herbst 2015, hatten sich die Wiests entschieden, Solarstrom auf dem eigenen Dach zu produzieren. Im Frühjahr darauf nahmen 36 Solarmodule den Betrieb auf. 11 kWp leistet die Anlage und produziert über 10 000 kWh pro Jahr; eine stattliche Menge erneuerbarer Strom für ein Einfamilienhaus. Doch Andreas Wiest wollte einen Schritt weiter gehen. Bald kam erst ein, dann das zweite Elektrofahrzeug dazu. «Meine Frau und ich legen pro Tag gemeinsam über 100 Kilometer Arbeitsweg zurück.» Pendeln im Auto, eine Konzession an das Leben im Dorfidyll. Doch wenn schon, dann ohne fossile Energieträger zu verbrennen, zumal erneuerbare daheim bereitstehen, denkt sich das Ehepaar Wiest.

Energieproduzenten auf dem Land

Knapp ein Jahr nach ihrem Debüt als Solarstromproduzenten lassen sich ­Anita ­Hubeli Wiest und Andreas Wiest von der Elektra beraten, um ihren Eigenverbrauch zu erhöhen. Ein Energiemanager ist installiert, der die Solarenergie im Haus verteilt. Die Ladestation der Autos ist ein Abnehmer, dazu kommt ein Boiler mit Heizstabregelung, der den Solarstrom zur Wärmeerzeugung nutzt. Dank Warmwasser und Elektromobilität als Speicher produzieren die Wiests übers Jahr fast ihren gesamten Strom selber, in den Sommermonaten sogar deutlich mehr. Zwei Selbstversorger auf dem Land, doch in der Zukunftsform: als Energieproduzenten.

Das Mögliche machen

Nein, er sei kein Pionier, meint ­Andreas Wiest. «Das, was wir hier machen, ist heute Standard.» Noch nicht jeder habe den Willen dazu. Umso wichtiger sei es, zu zeigen, was mit erneuerbaren Energien möglich sei. Auch am Rande des ­Bucheggbergs. Natürlich sei er als Informatiker interessiert an Technik, meint Wiest. Gespannt verfolgt er die Entwicklung bei den Stromspeichern, wartet aber noch ab, bis er selber einen installiert. Denn schon jetzt hat er mehr als viele andere: ein Haus am Waldrand als eigenes Energiesystem.

Strom 4/18 – Anita Hubeli Wiest tankt ihr Auto mit Strom vom Dach

Anita Hubeli Wiest «tankt» Strom vom Dach.

 

Elektromobilität testen

Wollen auch Sie sich von der Alltagstauglichkeit eines Elektroautos überzeugen? Die Elektra betreibt als Pionierin eine eigene, 100 Prozent elektrische Fahrzeugflotte. Ein Tesla Model S steht Interessierten zur Verfügung – für eine Testfahrt, eine Einkaufstour oder eine Fahrt ins Blaue. Das Fahrzeug am Standort Jegenstorf kann über Sharoo reserviert werden. Oder direkt bei der Elektra.

STROM

Dieser Artikel ist im Strom-Magazin 4-18 erschienen.

 

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