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Energiebrache - Blickwinkel Zukunftsforscher

Regionale Verwurzelung muss kein Nachteil sein, im Gegenteil.

27.06.2016

Energiebrache - Blickwinkel Zukunftsforscher

Georges T. Roos: «Die Elektra wirft die Agilität eines Kleinen voll in die Waagschale»

Die Elektra wandelt sich und richtet sich auf die Zukunft aus. Wie hat Zukunftsforscher Georges T. Roos die Elektra anlässlich seines Vortrags an der Generalversammlung in Bern erlebt? Was er ihr für die Zukunft rät.


Interview: Andreas Schärer, Leiter Marketing und Kommunikation

Herr Roos, welcher Trend ist für einen Energieversorger zentral und wie beeinflusst dieser möglicherweise sein Geschäftsmodell?
Georges T. Roos: Den Energieversorgern geht es ein wenig wie Kodak, als die digitale Photographie aufgekommen ist. Die forcierte Energiewende untergräbt das Geschäftsmodell. Die fetten Jahre scheinen für immer vorbei zu sein. Neben der politisch gewollten Energiewende hin zu einer dezentralen und erneuerbaren Energieversorgung spielt die digitale Transformation eine entscheidende Rolle. Das Internet der Dinge und intelligente Maschinen erlauben in Zukunft ein Smart Grid, in dem jedes Verbrauchsgerät und jede noch so kleine Energiequelle miteinander «reden» können.

Wie zukunftsorientiert sind die Entscheidungsträger der Elektra - wie haben Sie diese im Rahmen der Generalversammlung und Ihres Vortrags erlebt?
Ich war sehr beeindruckt. Elektra scheint die Agilität eines Kleinen voll in die Waagschale zu werfen und probiert die Ausweitung des Geschäftsbereichs im Zeitalter der Digitalisierung und der Energiewende aus. Mich freut das. Von den grossen Dinosauriern im Geschäft hat man lange immer nur gehört, dass das alles nicht ginge. Aber Wehklagen und Rückzugsgefechte führen nicht zum Ziel.

Die Zukunft lässt sich nicht vorhersehen und dennoch muss sich ein Unternehmen darauf ausrichten. Wie löst ein Unternehmen diesen Widerspruch auf?
Ein Unternehmen muss agil, innovativ und resilient sein. Die Veränderungen kommen in einem horrenden Tempo. Daher ist es aus meiner Sicht besser, man experimentiert mit vielen Optionen. Dabei wird sich zeigen, welcher Weg erfolgreich sein wird. Planen lässt sich das immer weniger. Mit der hohen Volatilität der Zukunft geht ein Unternehmen um, in dem es sich Optionen eröffnet. Das bedingt, dass man eine Strategie mit alternativen strategischen Optionen entwickelt.

Die Elektra ist ein regionales Unternehmen, muss sich aber auf einen grösseren Markt ausrichten. Wie wichtig wird das Lokale in Zukunft noch sein?
Regionale Verwurzelung muss kein Nachteil sein, im Gegenteil. Wenn die dezentrale Energiewirtschaft kommt, ist die Nähe zu allen Bezugsgruppen eine Trumpfkarte. Zugleich mischen sich aber auch globale Mitspieler vermehrt ein. Lokale Verwurzelung darf also nicht ökonomische Provinzialität sein.

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